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 26.02.2010  10:10 Uhr
 NABU

11. Berliner Naturschutztag

Berlin. Ob große Flüsse wie Havel und Spree, Moore wie Krumme Lake und Teufelsmoor oder die zahlreichen großen und kleinen Seen: Berlin ist reich an Gewässern mit ihrer herausragenden Bedeutung für Flora und Fauna. Grund genug, sie beim diesjährigen 11. Berliner Naturschutztag am 27. Februar in der Kreuzberger Jerusalemkirche in den Fokus zu stellen.

Neben der Preisverleihung zum NABU-Fotowettbewerb „Vögel in der Stadt“ gibt es jedoch zunächst ein Jubiläum zu feiern: Vor 20 Jahren schlossen sich der „Naturschutzbund der DDR“ und der „Naturschutzverband Deutscher Bund für Vogelschutz“ zum Naturschutzbund Deutschland zusammen. Heinz Nabrowsky, Leiter des Amtes für Natur und Umwelt Lichtenberg und Dr. Hans-Jürgen Stork, damals beim Deutschen Bund für Vogelschutz, berichten aus einer bewegten Zeit, in der es durch frühe intensive Kontakte gelang Ost- und West-Naturschützer zusammen zu führen.

Der Themenblock Gewässer startet dann mit einem Beitrag des Alternativen Nobelpreisträgers Prof. Dr. Succow, auch bekannt als „Vater“ der Nationalparke und Biosphärenreservate im Osten Deutschlands. „Moorschutz ist Klimaschutz“ lautet der Titel, denn gerade diese Bedeutung wird in der Debatte um den Klimaschutz häufig unterschätzt. Obwohl sie in Deutschland gerade einmal 3 Prozent der Landesfläche einnehmen, binden die Moore doppelt so viel CO2 wie unsere Wälder!

Vertreter des Instituts für Gewässerschutz und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung behandeln anschließend Fragen der Moor-Renaturierung, ein brisantes Thema auch für Berlin, wo fast alle Moore in einem schlechten Erhaltungszustand sind.
Die „Siedlungswasserwirtschaft“, also der Umgang mit Trinkwasser, Abwasser und Niederschlagswasser in unseren Siedlungen und ihren Einfluss auf die Qualität der Berliner Gewässer thematisiert anschließend Prof. Dr. Barjenbruch von der Technischen Universität Berlin.
Ab 15.30 Uhr erläutert Dr. Camillo Kitzmann warum der Elsensee - ein Teil der Kaulsdorfer Seenkette - politischer Zankapfel der Bezirkspolitiker in Marzahn-Hellersdorf wurde. Ökologische Untersuchungen belegen, dass der Betrieb einer Wasserskianlage auf dem saubersten See Berlins unterbleiben sollte.

Schließlich darf auch ein Beitrag über den heiß umstrittenen Jahresvogel 2010, den Kormoran, beim Berliner Naturschutztag nicht fehlen. Ab 16 Uhr bricht Dr. Stefan Schwill vom NABU Mecklenburg-Vorpommern eine Lanze für den Fischjäger, der in der Vergangenheit im seenreichsten Bundesland mit brutalen Mitteln verfolgt wurde.

Zum Abschluss des 11. Berliner Naturschutztages gibt es ein Beitrag, der Hoffnung machen soll: In der Lietzengrabenniederung, die von Verbesserungen des Wasserhaushaltes im Nordosten Berlins profitiert, zeigen die Rückkehr von Sumpf- und Wasservögeln die neue Qualität des Lebensraums an. Roland Lehmann, Mitarbeiter bei natur&text Brandenburg, hat die Entwicklung fotografisch festgehalten.

Termin: Samstag, 27. Februar 2010, 10 bis 17 Uhr
Veranstaltungsort: Jerusalemkirche, Lindenstraße 85, 10969 Berlin


 

(Redaktion)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Strukow-Hamel

 



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