Aktion wirbt für Barrierefreiheit in Berlin
Berlin. Freier Zugang zu öffentlichen Einrichtungen, Bahnhöfen und Einkaufsläden ist auch im Jahr 2011 für Menschen mit Behinderungen in Berlin noch keine Selbstverständlichkeit.
Mit einer Plakataktion will Jürgen Schneider, der Behindertenbeauftragte der Hauptstadt, nun das Bewusstsein der Berliner dafür schärfen, dass viele Einrichtungen der Stadt für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen noch immer nicht problemlos zu erreichen sind.
Mehr Bewusstsein schaffen
Fünf Jahre nachdem die Bundesrepublik die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet hat, verschärft die deutsche Hauptstadt ihr soziales und politisches Engagement in diesem Bereich und wirbt mit der Plakatkampagne "Berlin barrierefrei 2011" für die vollständige Integration von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen ins gesellschaftliche Leben. Um das allgemeine Bewusstsein der Bevölkerung für das Thema Barrierefreiheit zu schärfen, hat die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ein Berliner Werbeunternehmen beauftragt, über die Stadt verteilt mit insgesamt 1.000 City Light Plakaten für die Aktion zu werben.
Signet kennzeichnet barrierefreie Gebäude
Auf den Plakaten werden Menschen verschiedener Altersklassen gezeigt, die auf unterschiedliche Weise beeinträchtigt sind. Vom privaten Wohnen über den Arbeitsplatz bis hin zu öffentlichen Gebäuden werden alle Lebensbereiche thematisiert, in denen das öffentliche Engagement für mehr Barrierefreiheit gefordert ist. Das Symbol der Aktion ist ein schwarz umrandeter weißer Pfeil auf gelbem Untergrund. Er dient auf den Plakaten als Wegweiser und kennzeichnet Lokalitäten und Einrichtungen in der Hauptstadt, die mit Aufzug, Treppenlift und Co. ausgestattet sind und dadurch für Menschen mit Behinderungen unterschiedlichster Art zugänglich werden. Bislang sind in Berlin mehr als 800 Gebäude mit dem Siegel "Berlin barrierefrei" gekennzeichnet worden.
Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Raum ist für Menschen mit Behinderungen aber auch für die zunehmend alternde und dem Demografischen Wandel unterworfene Gesellschaft eine notwendige und wichtige Voraussetzung, um an allen Bereichen des alltäglichen Lebens genauso teilhaben zu können wie junge und kerngesunde Menschen. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Berlins sind laut Schätzungen zwingend auf Barrierefreiheit angewiesen, für weitere 20 bis 30 Prozent stellen Hilfsmittel wie Rollstuhl, Treppenlift und Aufzug eine erhebliche Erleichterung im Alltag dar.
Die Aktion "Berlin barrierefrei" zeigt, dass sich die Hauptstadt gegenwärtig auf gutem Wege zur barrierefreien Stadt befindet. Vor allem in den letzten 15 bis 20 Jahren habe es deutliche Fortschritte gegeben. Bereits im Jahr 2004 hatte der Behindertenbeauftragte das Programm "Berlin barrierefrei" gestartet und seitdem können Bahnhöfe, Ämter und andere öffentliche Gebäude mit behindertengerechtem Zugang das Signet mit dem weißen Pfeil beantragen. Seit die UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 behinderten Menschen den Anspruch auf ein barrierefreies und selbstbestimmtes Leben als Grundrecht zugestanden hat, wurden die Vergabekriterien für das Signet allerdings deutlich verschärft, um alle Arten von Behinderungen gleichermaßen zu berücksichtigen.
(Redaktion)
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