Analyse des Fahrradverkehrs
Berlin. Seit Dezember 2009 werden auf Brandenburgs Radwegen an Knotenpunkten mit Hilfe von 63 automatischen Zählstellen die Anzahl der Fahrradfahrer erfasst. Erste Ergebnisse stehen jetzt unter www.radverkehrsanalyse-brandenburg.de zur Verfügung.
Damit wird Brandenburg zur Modellregion und setzt einen neuen Trend in der Untersuchung des Radverkehrs.
Auswertungen und Hochrechnungen geben Informationen über:
• Welchen Einfluss haben Wetter und Jahreszeit auf das Radverkehrsaufkommen?
• Wie wirken sich Ferienzeiten auf die Nutzung der Wege aus?
• Welche Strecken sind besonders frequentiert?
Für jeden Zählstandort wurde das Radverkehrsaufkommen im Monats- und Wochenverlauf sowie im Tages- und Stundenverlauf ausgewertet. Erstmals wird so eine Basis zur Darstellung des Radverkehrsaufkommens auf straßenbegleitenden sowie auf den touristischen regionalen und überregionalen Radrouten möglich. Diese Daten werden künftig auch für die Planung touristischer Investitionen genutzt.
Erste Betrachtungen der Zählergebnisse
Insgesamt wurden bisher an allen Zählstellen über 2 Mio. Radfahrer gezählt. Bestätigt werden konnte die Annahme, dass die Anzahl der Radfahrer in den Sommermonaten – insbesondere auf den großen Radfernwegen – erheblich ansteigt. So wurden in Burg/ Spreewald im Mai, Juni und Juli Spitzenwerte von jeweils mehr als 13.000 Radfahrern erreicht. Die höchsten Zählwerte konnte in den Landkreisen Oberspreewald- Lausitz und Potsdam-Mittelmark festgestellt werden.
Sieht man sich die Nutzung im Verlauf der Stunden eines Tages an, so zeigen sich die Unterschiede in der „Motivation“ der Radfahrer sehr deutlich: Zwischen Bernau und Ladeburg bestätigt die Zählung den Schluss, dass die Radwege insbesondere als Wege zur Arbeit befahren werden („Alltagsradfahrer“). Zwischen Himmelpfort und Fürstenberg/ Havel hingegen sitzen vor allem Freizeitradradler im Sattel. Der beliebteste Wochentag zum Radfahren ist neben dem Samstag der Sonntag. Bei der Sichtung der Daten fällt auf, dass Radfahrer auch im Winter ins Pedal treten – beispielsweise auf dem Radweg zwischen Alt – und Neuruppin. Dort wurden im Dezember ca. 4000 Radler pro Richtung erfasst - im Januar waren es bei Temperaturen unter 0°C immer noch ca. 2800.
Diese Ergebnisse werden zukünftig mit den Auswertungen einer Befragung von mehr als 35.000 Radlern verknüpft. Erstmals können so Alltagsradfahrer von Radtouristen unterschieden werden. Angestrebt sind detaillierte Einzelaussagen pro Radfernweg und für ausgewählte Regionen. Diese Ergebnisse werden im Winter zur Verfügung stehen.
Mehr Informationen: www.radverkehrsanalyse-brandenburg.de
Hintergrund
Im Dezember 2009 wurden flächendeckend im Land Brandenburg automatische Radzählgeräte installiert. Die Standorte der Zählgeräte sind so gewählt, dass Rückschlüsse auf die Art der Nutzung möglich werden (Alltagsfahrer, touristischer Radverkehr).
TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH erarbeitete die Projektkonzeption und führt die Radverkehrsanalyse durch. Finanziert wird die Radverkehrsanalyse mit Mitteln des „Nationalen Radverkehrsplans“ des BMVBS sowie denen des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg. Ebenfalls beteiligt sind die Ministerien für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, alle Landkreise und Städte Brandenburgs und alle Reisegebiete sind am Projekt beteiligt.
(Redaktion)
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