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 15.07.2010  12:57 Uhr
 ZEITMANAGEMENT

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Berlin. Sie haben schon seit Jahren Hochkonjunktur, die Ratgeber, die wissen, wie man Zeit sparen, besser nutzen und genießen kann.

Gegen Planung und Überblick ist ja auch gar nichts einzuwenden, aber man sollte stets wissen, wofür man die Zeit eigentlich sparen will.

Dass Zeit ein rares Gut ist, merkt man nicht nur daran, das sie einfach so vergeht, sondern dass sie auch überall als knapper Rohstoff gehandelt wird: So ist der Kaffee „to go“ (eigentlich: „for take away“), die Züge und Busse sind „express“, das Essen ist „fast“ und das Fitness-Programm ist eines für 15 Minuten. Die meisten Menschen haben sich schon so daran gewöhnt, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt.

Die penetranten Langsamen

Das ist eher dann der Fall, wenn sich ein Mitmensch nicht auf die Schnelligkeit einlässt: Jemand der an der Kasse ungestört sein Kleingeld zusammensucht oder der im morgendlichen Strom der Angestellten einfach ein Schlender-Tempo vorlegt. Die Schnellen hassen solche Menschen, denn sie fühlen sich durch sie gebremst. Dass durch die Langsam-Geher nur Sekunden verloren gehen, spielt dabei keine Rolle.

Dies soll jedoch keineswegs ein Plädoyer für ein „Innehalten“ oder esoterische Besinnlichkeit sein. Es ist eine Argumentation für Zeitmanagement, damit man an anderer Stelle auch mal ein Schneckentempo vorlegen kann.
Es sollte beim Management der Zeit also nicht einfach nur ums Sparen gehen, sondern darum diese sinnvoll zu nutzen.

Den Kopf entlasten

Und auch wenn Sinn äußerst subjektiv ist, so haben doch die meisten Menschen im Alltag Dinge abzuarbeiten, ohne die sie wiederum andere nicht leisten können. Und um die zu bewältigen, ist ein guter, wenn auch etwas trivialer Hinweis, die Dinge nach und nach abzuarbeiten. Und zwar auch im Kopf. Denn wenn man stets noch die ganze Liste der Aufgaben im Hinterkopf behält, macht sich schnell Panik breit und die hemmt die Konzentration. Halten wir uns also an die Weisheit von Beppo Straßenkehrer, dem klugen alten Mann aus dem großen Roman über die Zeit, „Momo“: „Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“

Um nicht alles immer im Kopf behalten zu müssen, schreiben Sie am besten die zu erledigenden Dinge und wichtigen Ereignisse auf. So ist z.B. ein großer Wandkalender eine Erleichterung (gibt’s z.B. unter www.Kalenderriese.de), durch den man Abgabetermine, Geburtstage und Schulferien immer gut im Blick hat.

Eigene Prioritäten setzen

Auch Listen, auf denen Sie die Dinge nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren, lassen in Ihrem Kopf Platz, um sich auf Inhalte zu konzentrieren. Dinge, die schnell erledigt sind, sollte man ruhig vorziehen. Größere Aufgaben können Sie auch aufteilen, Hauptsache, Sie bringen sie auch zu Ende – dabei helfen Deadlines, die man sich selber setzt.

Ein bisschen zu viel Zeit für eine Aufgabe einzuplanen ist besser, als zu wenig. Denn ansonsten kriecht wiederum die kontraproduktive Panik im Nacken hoch. Entsprechend sollten Sie auch Pausen einlegen: Die braucht man einfach, um leistungsfähig zu sein. Denn wer den ganzen Tag ununterbrochen arbeitet, kommt meist weniger weit als jemand, der sich Auszeiten gönnt.

Und zu guter Letzt sollten Sie nicht aus den Augen verlieren, warum sie Zeit sparen wollen – und sei es, um mal ein paar Stunden Löcher in die Luft zu starren.


 

(Redaktion)

 



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