Blues am Alexanderplatz
Berlin. Blues Session mit Mr. Speiche′s Monokel Blues Band und Gästen in der Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“
Blues bestimmte den Musikgeschmack der Jugendlichen in den 1970er Jahren auch in der DDR. Die Monokel Blues Band gehörte damals zu den beliebtesten und erfolgreichsten Gruppen der ostdeutschen Blues-Szene.
Am 27. August lädt die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. zur Blues Session mit dem Urgestein des deutschsprachigen Blues-Rock in die Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ auf den Alexanderplatz ein. Zu Gast auf der Bühne sind unter anderem die zwei Ur- Monokels "Buzz Dee" Baur (git/voc) "Wille" Borchardt (git/voc), Sören Birke (blues-harp), Hattie St. John (voc), sowie der tschechische Sänger und Blues-Harp-Spieler Ivan Hajnis. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Die „Blueser“ in der DDR verband mehr als nur die Begeisterung für amerikanische Blues- und Rockrhythmen. Blues verkörperte das Lebensgefühl einer ganzen Generation, die sich dem staatlich verordneten Kulturprogramm in der DDR widersetzte und ihre eigenen Vorstellungen
von Freiheit und Moral lebte. Die Staatsmacht vermutete den Klassenfeind am Werk und ließ die Szene von der Stasi überwachen. Musiker wie die Monokel Blues Band verliehen der Sehnsucht der Jugendlichen nach Freiheit und einem unangepassten Lebensstil Ausdruck. Mit Songs wie
„Bye bye Lübben City“, „Das Monster von Schilkinsee“ oder „Schwarze Marie“ spielte sie sich in die Herzen der ostdeutschen Blues-Fans und erreichten Kultstatus in der DDR. Der Name der 1976 gegründeten Band war Programm: „Wenigstens auf einem Auge sollte man durchsehen“.
2004 formierte sich die Band in veränderter Besetzung unter dem Namen Mr. Speiche′s Monokel Blues Band neu. Neben Bandgründer Jörg „Speiche“ Schütze (Bass) und Blues-Sänger Bernd „Zuppe“ Buchholz gehören nun auch die Gitarristen Heinz Glass und J.J. Baily sowie der Drummer Olli Becker dazu. Elektrischer Blues und Südstaatengroove dominieren den Sound von Mr. Speiche′s Monokel Blues Band heute. Für ihr Konzert auf dem Alexanderplatz hat die Band eine energiegeladene Mischung aus legendären Monokel-Hits, internationale Blues-Klassikern und aktuellem Material zusammengestellt. Ebenfalls auf dem Programms steht eine Blues Session mit Gästen, unter anderem mit „Blues Man“ Ivan Hajnis. Der Sänger und Blues-Harp-Spieler war in den 1960er Jahren Frontmann der bekanntesten tschechischen Rockband „Plastic people“. 1968 verließ der die Tschechoslowakei und lebt heute im schwedischen Malmö.
Das Konzert ist Teil der Veranstaltungsreihe Sommerkino auf dem Alexanderplatz der Robert-Havemann-Gesellschaft und wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern. Sie begleitet die Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ und die Errichtung von
Erinnerungsstelen in Berlin, jeweils gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.
Die Open-Air-Ausstellung auf dem Alexanderplatz ist noch bis zum 3. Oktober 24 Stunden täglich und kostenlos zugänglich. Sie zeigt die Etappen einer gelungenen Revolution und schildert eindrucksvoll den Weg vom Mauerfall bis zur Wiedervereinigung. Mit 700 Bild- und Textdokumenten, 70 Ausstellungsstücken in acht Vitrinen sowie mit Filmbeiträgen an zehn Medienstationen vermittelt sie einen lebendigen Eindruck von den damaligen Ereignissen.
Das vollständige Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ unter: www.revolution89.de oder www.havemann-gesellschaft.de; Informationen zu Mr. Speiche’s Monokel Blues Band unter: www.monokel-blues-band.de
(Redaktion)
Ihr Kommentar
- 09.02.
12:33 - 09.02.
12:16 - 09.02.
12:11 - 09.02.
12:02 - 09.02.
11:58 - 09.02.
11:53 - 09.02.
11:02
- Blut spenden im Dezember
Bitte teilen Sie mir die Blutspende termine für Januar 2012 in Berlin Rahnsdorf; Fürstenwalder Allee 182 mit. Mit... - Verneigung vor einem großen Mann
Als Chormitglied seit 1947 habe ich leider erst jetzt vom Tod unseres Dirigente erfahren. Er ermöglichte... - Zum Tode von Gerhard Hellwig
Mit einer der ersten Sängerknaben kann ich mich noch sehr gut an Gerhard Hellwig erinnern. Meine Zeit in... - tausendmal falsch abgeschrieben
Immer wieder liest man diesen Unsinn in der Presse, tausendmal abgeschrieben und tausendmal falsch! Das... - König im Fernsehen
es ist üblich,sogar zwingend unter Strafandrohung erforderlich im Kino beim Abspielen der Nationalhymne aufzustehen,...

- Aktuelle Themen und Informationen aus Berlin.