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 12.08.2010  12:41 Uhr
 KONJUNKTUR

Creditreform Wirtschaftsindikator - Analyse des 2. Quartals 2010 und Konjunkturausblick

Berlin. Konjunkturfeuerwerk im 2. Quartal – Aufholprozess verliert im zweiten Halbjahr aber an Kraft

Die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft hat sich im 2. Quartal 2010 deutlich beschleunigt. Die anziehende Exporttätigkeit und Nachholeffekte aus dem langen Winterhalbjahr sorgen für ein deutliches Wachstumsplus. Das signalisiert der Creditreform Wirtschaftsindikator, der sich von +7,2 auf +11,1 Punkte verbessert. Damit hat die wirtschaftliche Grunddynamik wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Im 3. Quartal droht aber bereits eine leichte Abschwächung des Aufholprozesses nach der schweren 2009er Rezession.

Insolvenzrisiken schwächen sich ab – weiterhin sehr optimistische Geschäftserwartungen

Die überwiegende Mehrheit der mittelständischen Unternehmen äußert sich in Bezug auf die kommenden Monate optimistisch. Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt mit +26,2 Punkten (Vorquartal: +17,3 Punkte) aber knapp unter dem aktuelle Lageindex (+28,5 Punkte). Damit rechnen die Unternehmen nicht mit einer Beschleunigung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten. Schwung aufgenommen hat aber die Investitionstätigkeit. Der Anteil der Unternehmen, die ein Investitionsvorhaben planen, liegt mit 45 Prozent über dem langjährigen Durchschnittswert (40 Prozent).

Die Insolvenzrisiken für die mittelständische Wirtschaft haben sich nicht weiter erhöht. Der Creditreform Risiko Indikator (CRI) signalisiert, dass pro 10.000 wirtschaftsaktiven Unternehmen 231 Firmen mindestens ein Negativmerkmal aufweisen – etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag. Offene Rechnungen wurden im letzten Quartal mit einer Verzögerung von durchschnittlich 12,46 Tagen beglichen (Vorquartal: 13,10 Tage). Der durchschnittliche Bonitätsindex blieb unverändert bei 262.

Industriesektoren und Bau sind Konjunkturlokomotive

Industriesektoren wie die exportorientierte Chemiebranche auf der einen und das Baugewerbe auf der anderen Seite waren im 2. Quartal 2010 die Zugpferde für den konjunkturellen Aufschwung. Sichtlich zurück bleiben die binnenmarktabhängigen Dienstleistungsbereiche und der Einzelhandel. Die Geschäfte der mittelständischen Logistikwirtschaft beginnen sich dagegen deutlich zu beleben. Noch ist das Vorkrisenniveau aber nicht in Sichtweite.

Zur Methodik:

Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Wirtschaftsdatenbank von Creditreform und verknüpft diese mit empirischen Befunden aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches Wachstum, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase. Die vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit werden zu einem Index verdichtet.


 

(Redaktion)

 



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