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 21.07.2011  16:49 Uhr
 GELDANZEIGE

Der Teuro lebt!

Berlin. Das Verhältnis der Deutschen zu Geld ist von einer merkwürdigen Gleichgültigkeit geprägt. Einerseits richtet sich alles Streben danach, andererseits ist es zu einem abstrakten Wert geworden, der bestenfalls noch auf EC-Abrechnungen und Kontoauszügen auftaucht.

Kaum jemand hantiert noch mit größeren Summen Bargeld und kaum jemand hat noch ein Gefühl für den Wert des Geldes. So ist es nicht verwunderlich, dass scheinbar keinem auffällt, dass man heute fast das Doppelte für die Dinge des täglichen Bedarfs bezahlt als noch vor der Euroeinführung.

Gleiche Preise und trotzdem teurer

Einige Untersuchungen und Reportagen anlässlich der Veröffentlichung der Teuerungsrate für dieses Jahr haben deutlich gemacht: Das Geld ist immer weniger wert. Wer versuchsweise mit einem alten D-Mark Einkaufszettel die gleichen Artikel im gleichen Supermarkt noch einmal kauft, wird feststellen, dass Preissteigerungen von über 50% an der Tagesordnung sind - einige Artikel sind sogar einfach im Preis gleich geblieben, nur jetzt meint der Betrag Cents und nicht Pfennige. Doch längst haben die Verbraucher aufgehört, die Preise mal zwei zu nehmen und in D-Mark umzurechnen. Die Beträge auf Kassenzetteln und Rechnungen werden genauso abstrakt gesehen wie damals die D-Mark Preise. Bargeldloser Zahlungsverkehr erleichtert das bedenkenlose Ausgeben von Geld und macht die Gelegenheiten, in denen man Münzen aus der Hand zählt, eher rar. Ein EC-Kartenterminal für Kleinunternehmer lohnt sich genauso wie für den Supermarkt, denn wer als Geschäftsinhaber nicht die Möglichkeit zur bargeldlosen Zahlung anbietet, verliert sehr wahrscheinlich schnell Kunden. Vielleicht ist der Trend hin zum Bezahlen mit "Plastikgeld" ein Grund, warum kaum jemandem bewusst ist, dass sein Reallohn in den letzten zehn Jahren rapide gesunken ist.

Irreführende Statistiken

Relativ kurz nach der Einführung des Euro wurde die Teuerungsrate von Verbrauchern, Verbraucherschützern und selbst vonseiten der Bundesregierung mit Argusaugen beobachtet. Es wurde ein sogenannter Modell-Einkaufskorb erstellt, anhand dessen von Zeit zu Zeit geprüft wurde, ob sich die Artikel verteuert haben. Die Ergebnisse waren beruhigend: Nur geringe Preissteigerungen waren ersichtlich, für den gesamten Einkaufskorb etwa zwischen 2-3%. Besonders gern wurde betont, dass einige Artikel sogar günstiger geworden wären und viele gleich im Preis geblieben seien. Wie kann es also sein, dass ein Pfund Kaffee vor 2001 DM 6,49 gekostet hat und heute € 5,99? Oder dass eine Kiwi damals 39 Pfennig und heute 35 Cent kostet? Ganz einfach. In jenem Warenkorb waren nicht nur die Dinge des täglichen Bedarfs, die man normalerweise zur Supermarktkasse schiebt, sondern auch Artikel, die man sich eher in größeren Zeitabständen kauft, wie Fernseher, Computer, Hi-Fi Geräte oder auch Möbel. In diesen Branchen gab es tatsächlich Preissenkungen. In den monatlichen Ausgaben des Otto-Normalverbrauchers macht sich das im Schnitt wohl wenig bemerkbar.


 

(Redaktion)

 



1 Kommentar »
Ihr Kommentar
 
21.07.11 17:59
D mark Freund
Das stimmt so nicht
Was sie so breitwillig sagen stimmt nicht ich und auch viele Bekannte von mir Rechnen auch heute noch mal 2.
Wir fordern, dass das Projekt Euro, welches Gescheitert ist aufhört!
Die Preise sind unverschämt und viele erinnern sich villeicht auch noch
das diese Tatsachen aus dem Artikel nur bestritten werden und das Häufig schon heuchlerisch.
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