Deutschland hat neuen Bundespräsidenten
Berlin. Mit absoluter Mehrheit - aber erst im dritten Wahlgang - wurde Christian Wulff zum zehnten Bundespräsidenten gewählt.
Nach dem Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler am 31. Mai 2010 wurde Wulff am 3. Juni 2010 als Bundespräsidentschaftskandidat der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP vorgestellt.
Das Kalkül der Regierungskoalition, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen und dadurch Einigkeit zu präsentieren, wurde in den eigenen Reihen durchkreuzt - drei Wahlgänge waren vonnöten.
Erst im dritten Wahlgang erhielt Christian Wulff 625 Stimmen, nachdem die Bundesversammlung den Kandidaten der schwarz-gelben Regierungskoalition vorhergehend mit zwei Wahlschlappen demütigte
und die Linkspartei nach den beiden ersten Wahlgängen Königsmacher für den Gegenkandidaten Joachim Gauck hätte sein können. Die Partei beriet lange hinter verschlossenen Türen. Die Mehrheit der Wahlleute der Linken enthielt sich dann im entscheidenden dritten Durchlauf, wodurch Christian Wulff als Bundespräsident festgestellt werden konnte.
Der Jurist und CDU-Politiker - zuvor Ministerpräsident Niedersachsens - wird am 2. Juli vereidigt werden und das höchste und zugleich schwächste Verfassungsorgan bekleiden. Der 51-jährige Wulff ist der jüngste Bundespräsident in der deutschen Geschichte.
(Redaktion)
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