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 11.10.2011  11:16 Uhr
 E BIKEANZEIGE

Elektro-Fahrräder weiter auf dem Vormarsch

Berlin. Nachdem in diesem Jahr diverse Internetvideos für einen viralen Werbeeffekt gesorgt haben, rollen die E Bikes der neuen Generation vermehrt durch die Hauptstadt.

 Sie sehen aus wie gewöhnliche Mountainbikes, sie machen keinen Lärm, sie produzieren keine Abgase und sie kosten mitunter vierstellige Summen. Mit den alten Hilfsmotor-Fahrrädern haben sie nichts mehr gemeinsam. Für die Fahrer eines leistungsstarken Elektro-Bikes ist der gemeine Autofahrer im innerstädtischen Verkehr keine Konkurrenz mehr.

Mit 70 km/h auf der Küstenstraße

Ein Lamborghini Reventón bahnt sich seinen Weg durch den zähen Verkehr Monte Carlos. Vor ihm rollt gerade ein Porsche 911 aus, als plötzlich ein Radfahrer mit ungefähr 60 Stundenkilometern an ihnen vorbeizieht und innerhalb weniger Sekunden hinter der nächsten Biegung verschwindet. Anschließend sehen wir durch die Helmkamera des Radfahrers die wunderschöne Küste Monacos. Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit rasen wir dem Sonnenuntergang entgegen – nahezu geräuschlos.

Solche Videoclips findet man mittlerweile zuhauf im Internet und sie sind vermutlich auch der Grund dafür, dass das E Bike hierzulande reißenden Absatz findet. Für die Hersteller und Händler der Fahrradindustrie kommt diese frische Brise wie gerufen. Innerhalb der letzten Dekade war der Inlandsabsatz von Fahrrädern um fast eine Million Stück gesunken. Dabei sind es gar nicht die High-End-Drahtesel, die mit absoluten Spitzengeschwindigkeiten wie in den viralen Internetvideos auftrumpfen, sondern eher die Bikes der Mittelklasse, die momentan am meisten verkauft werden. Mit ihnen nimmt man nahezu jede Steigung ganz locker mit 30 Stundenkilometern, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen. Vor allem die Berufspendler profitieren von der neuen Technik und in den Niederlanden, wo Fahrräder ja seit jeher zur Alltagsmobilität gehören, werden sie von vielen Pendlern auch schon für längere Strecken genutzt. Das ist gut für die Umwelt und gut für das Portemonnaie.

Neuer Look und neue Technik

In den 90ern waren Elektrofahrräder gerade bei den jungen Leuten noch eher verpönt. Die surrenden Motoren, die das Treten etwas erleichterten und vor allem an sehr schnöden Hollandfahrrädern angebracht wurden, waren vielmehr als Alltagserleichterung für ältere Menschen gedacht. Auf einem solchen „Oma-Fahrrad“ konnte man sich als junger Mensch nicht sehen lassen. Die heutigen E Bikes überzeugen mit modernen Designs und leistungsfähigen Akkus. Ein hochwertiges Elektro Bike ist ein Prestige-Objekt und gereicht seinem Besitzer vor allem im urbanen Verkehrsgetümmel zum Vorteil. Selbst die Autoindustrie ist schon auf die elektrifizierten Zweiräder aufmerksam geworden. So planen heuer gleich mehrere Autohersteller, im nächsten Jahr ebenfalls ein E Bike auf den Markt zu bringen. Das Smartphone soll dabei als Fahrradcomputer dienen.


 

(Redaktion)

 



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