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 11.02.2010  15:20 Uhr
 POLIZEI BERLIN

Erneute DNA-Reihenuntersuchung zu Sexualdelikt an Sechsjähriger vom Januar 2008

Berlin. Im Fall eines in Lichtenberg Anfang 2008 von einem immer noch unbekannten Täter sexuell missbrauchten sechsjährigen Mädchens sowie weiterer demselben Täter zugeordneter Taten soll eine zweite DNA-Reihenuntersuchung neue Erkenntnisse erbringen.

Von der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin durch einen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten angeordneten Untersuchung könnten bis zu 700 männliche Personen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren betroffen sein, die in einem eng umgrenzten Gebiet in Alt-Hohenschönhausen zwischen November 2006 und September 2009 melderechtlich erfasst waren. Ermittlungen hatten ergeben, dass der bislang unbekannte Täter in diesem Bereich gewohnt haben oder wohnen könnte.

Ziel ist die Entnahme von Körperzellen in Form einer Speichelprobe, um diese mit dem DNA-Identifizierungsmuster des Täters zu vergleichen. Die betroffenen Männer werden ab Ende Februar vorgeladen.

Wie berichtet, war die Sechsjährige am Nachmittag des 28. Januar 2008 auf dem Weg von der Schule nach Hause, als sie am Stadtpark Lichtenberg missbraucht wurde. Der Polizeipräsident in Berlin hat im Februar 2008 für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt. Auch mittels Phantombild wird seither intensiv in der Öffentlichkeit gefahndet. Ein konkreter Tatverdacht hat sich bislang jedoch nicht ergeben. Nach den bisherigen Ermittlungen kommt der Unbekannte als Täter von insgesamt sechs Sexualstraftaten zum Nachteil von Mädchen im Alter von sechs bis neun Jahren in Betracht.

Phantombild ohne Brille, Copyright:
Phantombild ohne Brille

Dem Mann werden neben dem Fall in Lichtenberg ein vollendeter schwerer sexueller Missbrauch einer Neunjährigen Ende November 2006 in Marzahn, ein schwerer sexueller Missbrauch von zwei Neunjährigen Mädchen im Sommer 2007 in Marzahn und zwei versuchte Sexualstraftaten von sieben- und neunjährigen Mädchen ebenfalls im Sommer 2007 in Hellersdorf und Marzahn zugeordnet. Der Täter sprach die Mädchen hauptsächlich auf dem Schulweg oder Spielplatz an. Durch weitere intensive Analysen der Ermittler und die fortgesetzte Suche nach dem Unbekannten mit Spürhunden, die Mantrailer genannt werden, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der unbekannte Täter zwei Mädchen im Alter von acht und neun Jahren im März 2009 in der Havemannstraße in Marzahn angesprochen hatte, um sie von der Straße wegzulocken. Beide Mädchen waren geistesgegenwärtig von dem Mann weggegangen.

Die Ermittler des für Sexualdelikte zuständigen Fachdezernats des Landeskriminalamtes sind bislang über 630 Hinweisen nachgegangen, in deren Folge 272 Speichelproben entnommen worden waren, welche jedoch nicht mit dem DNA-Identifizierungsmuster des gesuchten Mannes übereinstimmten.
Der unbekannte Täter befand sich ebenfalls nicht unter den von der ersten gerichtlich angeordneten DNA-Reihenuntersuchung betroffenen 188 Männern. Die erste DNA-Reihenuntersuchung wurde zwischenzeitlich abgeschlossen.

Bei den Ermittlungen zu dieser Sexualstraftatenserie handelt es sich um die umfangreichsten der letzten Jahre.

Die Ermittlungsbehörden bitten auch weiterhin Zeugen - insbesondere unter Hinweis auf das Phantombild -, die sachdienliche Angaben machen können, sich unter der Rufnummer (030) 4664 - 913402 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.


 

(Redaktion)

 



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