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 01.04.2010  15:39 Uhr
 SPECHTSCHADEN-HOTLINE

Hotline für Spechtschaden - Berlin auch Hauptstadt echter Mauerspechte

Berlin. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der Wildschweine, sondern nach Aussagen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung offensichtlich auch der Buntspechte.

Die unter Naturschutz stehenden Vögel, deren lautes Klopfen mit dem Begriff Mauerspecht 1989 Synonym für die Grenzöffnung wurde, verursachen nicht nur in den Randbezirken zunehmend Bauschäden.

„Selbst in Kudammnähe gab es 2009 Spechtschäden an wärmegedämmten Außenfassaden“, weiß der eigentlich auf Graffiti- und Lackschadenbeseitigung spezialisierte Bauhandwerker Holm Draber von der Colour Clean Berlin GmbH.

Weil solche Hiobsbotschaften von Hauseigentümern und Wohnungsbaugesellschaften offensichtlich zunehmen, hat der Berliner Unternehmer jetzt die erste deutsche Hotline für Spechtschäden eingerichtet: 030-92374343. Sie ist zugleich im Internet unter www.spechtschaden.de zu finden und Folge von rund 300 Spechtlochsanierungen an 30 Objekten, die seine Fassadenkletterer allein im Vorjahr vor allem im Nordosten Berlins ausgeführt haben.

Senats-Artenschutzbeauftragter: Fassadenattacken zunehmend
In Berliner Parks und Wäldern leben nach Angaben von Johannes Schwarz, Artenschutzbeauftragter bei der Obersten Naturschutzbehörde, zwischen 2.200 und 3.200 Brutpaare (2002). Einige von ihnen – dann vor allem in Nähe von Parkanlagen – würden besonders im Frühjahr und Herbst frische Fassaden mit morschen Bäumen verwechseln. Dies jedoch in zunehmender Tendenz: „Mit Blick auf die vergangenen 15 Jahre habe ich das Gefühl, dass die Spechtschäden an Wärmedämmverbundsystemen auf Polystyrol-Basis in Berlin häufiger werden“, bilanziert der Artenschützer.

Spechtschadenbehebung vor Ort, Copyright: colour clean
Spechtscha­den­behebung vor Ort

Auf der Suche nach einer geeigneten Brutstätte bzw. Futter klopften die Vögel neben Holzstämmen auch so manche Hauswand ab. Klinge dann die Wärmedämmung wie hartes Holz mit weichem, moderndem Innenleben, pickere der Vogel, wie zuletzt aus Zehlendorf, Biesdorf und Reinickendorf gemeldet, wild drauf los, so Schwarz. Werden die Spechtlöcher an Kanten und Traufen nicht umgehend wieder geschlossen, nisteten sich zudem oft Nachmieter wie Insekten oder auch Stare ein.

Zusätzlicher Aufwand für Wohnungsbaugesellschaften
Eine Fassade mit Löchern stört nicht nur die Optik von Gebäuden, sie kann vielmehr – wenn Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt – zu schwerwiegenden Bauschäden führen. Davon können Wohnungsunternehmen wie die GESOBAU AG ein Lied singen. 2008 ist ein Pilotprojekt der energetischen Komplettmodernisierung im Märkischen Viertel mit 550 Wohnungen abgeschlossen worden, nur wenige Monate später wiesen zwei Giebelwände an den betreffenden Acht-Geschossern bereits mehrere Spechthöhlen auf. Die oft schwer zu erreichenden Löcher müssten dann mit ziemlichem Aufwand wieder verschlossen und die Fassade in diesen Bereichen überarbeitet werden, so GESOBAU-Pressesprecherin Kirsten Huthmann. Auch bei der GEWOBAG und der DEGEWO klopfen die Spechte pro Jahr in jeweils gut einem Dutzend Fällen kräftig an die Wärmedämmung. Sie hinterlassen nach Auskunft von DEWGEWO-Sprecher Michael Zarth vor allem in Marzahn und Köpenick, vereinzelt auch in der Gropiusstadt, an den Giebeln der oberen Etagen Löcher von 2 bis 10 cm Durchmesser.

Schnelle Eingreiftruppe mit Seilkletterern
Genau hier setzt Holm Draber, der „Erfinder“ der Spechthotline, mit seinem neuen Service an. Sein Unternehmen ColourClean – seit Jahren als schnelle und vor allem innovative Eingreiftruppe bei Graffitischäden bzw. als Lackdoktor für Innen- und Außenwände bekannt – garantiert schnelle und vor allem farbechte Sanierungshilfe. Kommen seine Fassadenkletterer zum Einsatz, sparen die Auftraggeber nicht nur die Kosten für Hubleitern bzw. die Einrüstung. Ein mobiles Farbmessgerät sorgt zudem vor Ort für die exakte Analyse der Farbzusammensetzung an der schon mehr oder weniger verschmutzen und verwitterten Hauswand. Ein Farbmischer produziert vor Ort dann exakt den Farbton, der das zuvor verfüllte Spechtloch dann auch optisch verschwinden lässt.


 

(Redaktion)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 2 © colour clean

 



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