Interkulturelle Wochen in Lichtenberg ab 8. September
Berlin. „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“ ist das Motto der bundesweiten Interkulturellen Wochen 2010.
Dieses Thema korrespondiert sowohl mit dem von der Europäischen Union für 2010 ausgerufenen „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ als auch mit dem „Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration“. Die Zukunft wird nur dann lebenswert sein, wenn niemand bei der Gestaltung und Mitwirkung ausgeschlossen wird.
Die Interkulturellen Wochen in Lichtenberg bieten seit nunmehr 20 Jahren eine Plattform, den interkulturellen Dialog voranzubringen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, über Unterschiede zu sprechen und auch zu Erkenntnissen zu kommen, die neue, gemeinsame Wege eröffnen.
Von den 250.000 Lichtenbergerinnen und Lichtenbergern stammen etwa 36.000 Menschen aus 145 Ländern. Ein gutes Netzwerk von Vereinen und Projekten der Migrantenarbeit wirkt seit 20 Jahren mit vielfältigen Initiativen für eine stärkere Teilnahme Zugewanderter am kommunalen Geschehen und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
Das Bezirksamt, der Migrantenrat und andere Akteure laden zu Veranstaltungen in Lichtenberg ein, unter anderem:
Mittwoch, 08.09.10, 19.00 Uhr, Jugendbegegnungsstätte „plexus“, Siegfriedstr. 29
Ausstellungseröffnung „22:14… und es kamen Frauen“ von Ute Langkafel und Murat Tosun. Die Ausstellung zeigt bis zum 8. Oktober Portraits von 15 Frauen der ersten Generation von Arbeitsmigrantinnen.
Gesprächsrunde mit Gabriele Gün Tank, Integrationsbeauftragte Tempelhof-Schöneberg, Heike Marquardt, Integrationsbeauftragte Lichtenberg, Gülşen Aktaş, Leiterin des Integrationszentrums Huzur. Außerdem: Büfett mit Spezialitäten aus der Türkei
Donnerstag, 23.09.10., 19.00 Uhr, Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6„Afrika in Berlin heute. (Neo-)Kolonialismus überwinden – Perspektiven gewinnen“
Im Gedenken an die Berliner Konferenz zur Aufteilung Afrikas in Kolonien vor 125 Jahren und „Afrika: 50 Jahre Unabhängigkeit" richten die Veranstalter den Blick auf das Leben von Afrikanerinnen und Afrikanern in Berlin – heute.
Veranstaltung des Sachausschusses Migration und Integration des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin und des Bezirksamtes Lichtenberg. Die Runde wird moderiert von Astrid Frohloff vom rbb.
Im Anschluss laden die Veranstalter zu Begegnung und einem kleinen Imbiss ein.
Begleitend wird vom 20.09. bis 06.10.10 im Rathaus Lichtenberg die Ausstellung „Koloniale Lebenswelten“ aus dem Museum Neukölln gezeigt.
Zudem werden Veranstaltungen in Schulen und Bibliotheken angeboten. Lichtenbergs Integrationsbeauftragte Heike Marquardt liest aus dem Buch „Papa, was ist ein Fremder?“ von Tahar Ben Jelloun und aus „Pit Pikus und die Möwe Leila“ von Friedrich Wolf.
Heike Marquardt: „Ausgrenzung durch Armut, Ausgrenzung durch Diskriminierung aufgrund der Herkunft, des Geschlechts oder anderer Kriterien kann überwunden werden durch Wertschätzung des Beitrages und der Leistung, die viele Lichtenberger Bürgerinnen und Bürger zum Zusammenhalt in unserem Bezirk erbringen, sei es im Beruf, in der Familie oder in einem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement. Partizipation und Überwindung der Ausgrenzung braucht z. B. klare Sanktionen gegen Diskriminierung, gesetzliche Regelungen für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungs- und Berufsabschlüssen sowie die Begleitung und Unterstützung bei der sozialen Integration.“
(Bezirksamt Lichtenberg)
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