Kinder spielten auf Baugerüst - Übergabe an Kindernotdienst
Berlin. Die Besatzung eines Einsatzwagens der Berliner Polizei bemerkte gestern Nachmittag gegen 16 Uhr zwei Kinder auf bzw. an einem Baugerüst in Tiergarten.
Dabei befand sich ein siebenjähriger Junge in der vierten Etage des Gerüsts, dessen sechsjähriger Bruder am Boden. Bei dem Versuch, das ältere Kind herunterzulocken, trat ein Mädchen dazu. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um die elfjährige Schwester der beiden Knirpse. Der sich in luftiger Höhe befindliche Junge kletterte hinab und rannte davon. Bei der Befragung der beiden zurückgebliebenen Kinder stellte sich heraus, dass der Vater in Haft und die Mutter unterwegs sei. Wann sie nach Hause komme, wüssten die Geschwister nicht so genau. Ab und an sehe eine Nachbarin nach ihnen. Die Verantwortung schien das elfjährige Mädchen zu tragen.
Mit den beiden Kindern suchten die Beamten die Wohnung der Familie auf, in der sie eine weitere, neunjährige Schwester antrafen. Die gesamte Dreizimmerwohnung war in einem verwahrlosten Zustand und zum Teil ohne Licht. Die wenigen vorhandenen Lebensmittel waren verschimmelt und daher ungenießbar.
Die Polizisten übergaben die drei Kinder sowie deren zuvor „geflüchteten“ Bruder in die Obhut des Kindernotdienstes. Die 30-jährige Mutter erschien während der Maßnahmen nicht am Ort, holte aber zu einem späteren Zeitpunkt die Wohnungsschlüssel beim zuständigen Polizeiabschnitt ab.
Sie sieht nun einem Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht entgegen, das beim zuständigen Fachkommissariat des Landeskriminalamts bearbeitet wird.
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