Kunstfestival M5 / Differentia
Berlin. Mit seiner fünften Ausgabe lotet das Festival "M5 / Differential" am 28. August erneut den gegenwärtigen Stand der Performance-Art aus. In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Tiergarten werden zwischen 11 und 21.30 Uhr zwölf Performances präsentiert, die in diesem Jahr im öffentlichen Raum entlang der Turmstraße und in angrenzenden Seitenstraßen sowie im Projektraum Kurt-Kurt und der Dominikanerkirche St. Paulus stattfinden.
Das Festival reflektiert die verschiedenen Lebenssituationen, Lebensstile und -perspektiven der Menschen in Moabit und will diese ausdifferenzierte Vielfalt im Straßenbild widerspiegeln.
Die teilnehmenden KünstlerInnen werden sich mit der Situation auf der Straße ebenso auseinandersetzen, wie mit den Besonderheiten des Bezirkes und der Entwicklung der Turmstraße in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten. Der lokale Bezug der Performances ist das verbindende und entscheidende Merkmal der eingeladenen KünstlerInnen.
Mit ihren religiös konnotierten Performances in der Dominikanerkirche werden Nezaket Ekici und Rabi Georges sich mit der Bedeutung der Religion in einem multireligiös geprägten Stadtteil auseinander setzen. Dabei nehmen sie einerseits Bezug auf den sakralen Kirchenraum und andererseits auf Riten, die sich gleichermaßen in den drei abrahamitischen Religionen des Islam, des Christentums und Judentums wieder finden.
Die Straße als Cat-Walk beschreibt die Künstlerin Birgit Ramsauer, wenn sie ein fiktives Model-Shooting auf dem Bürgersteig im Straßenraum inszeniert. Ein professionelles Styling der Models mündet in ein spektakuläres Shooting auf offener Straße.
Den Mensch als verletztes und verletzliches Wesen beschreibt der Künstler BBB Johannes Deimling mit seiner Performance "Don't hurt me". Mit der Aktion bewegt sich Deimling gekonnt auf dem Grad zwischen individueller Historiographie und aktuellem Zeitgeschehen, wie es sich nicht zuletzt in den bisher rund 2700 getöteten Soldaten in Afghanistan widerspiegelt.
Der Stadtteil Moabit ist gekennzeichnet durch eine sozial stark durchmischte Bevölkerungsstruktur. Ein hoher Anteil von BewohnerInnen mit Migrationshintergrund auf der einen Seite trifft an der Spree auf neu zugezogene BewohnerInnen, mit völlig anderer kultureller Prägung. Die Turmstraße als eine der zentralen Straßen in Moabit war vormals eine Flaniermeile, hat sich aber in den vergangenen Jahren zu einem Paradies für Schnäppchenjäger und Billigimbisse gewandelt. Die Turmstraße soll in den kommenden Jahren wieder verstärkt als "aktives Stadtteilzentrum" in den Fokus rücken. Das Festival möchte hierzu einen Beitrag leisten und mit Mitteln der Performance-Kunst die differenzierten und spannenden Beziehungen innerhalb der Bevölkerung des Bezirkes aufgreifen und künstlerisch erlebbar machen.
Das Programm im Überblick:
»Cleaning« Monika Ortmann
11, 12, 13 u. 14 Uhr, Projektraum Kurt-Kurt, Lübecker Str. 13 (je 15 min)
»Cat walk-in« Birgit Ramsauer
11 Uhr, Turmstraße/Ecke Emdener Straße (ca. 2 h)
»Don't hurt me« BBB Johannes Deimling
11.30 Uhr, Start an der Galerie Nord entlang der Turmstraße (durational)
»Vorbei« Márcio Carvalho
12 Uhr, Start am Kurt-Kurt entlang der Turmstraße (durational)
»Untranslatable Words« Ana Dovrat Meron
13 Uhr, Start am Kurt-Kurt entlang der Turmstraße (durational)
»Konstruktionen« Richard Rabensaat
14 Uhr, Löwenskulptur in der Wilsnacker Straße (30 min)
»breakthrough without«
Herma Auguste Wittstock u. Ivan Civic
15 Uhr, Glasvitrine am Mathilde-Jacob-Platz (3 h, durational)
»Holon« Andrés Galeano
15.30 Uhr, Mathilde-Jacob-Platz (60 min)
»Reservereifen« Maren Strack
16 Uhr, Mittelstreifen Turmstr./Ecke Thusneldaallee (ca. 15--30 min)
»Blumen für Mathilde« Judith Karcheter
17 Uhr, Mathilde-Jacob-Platz
Diskussion
18.30 Uhr, Projektraum Kurt-Kurt, Lübecker Str. 13 (ca. 75 min)
mit Dr. Peter Funken, Prof. Dr. Hanne Seitz, BBB Johannes Deimling (Künstler) und Ingolf Keiner (Künstler): Ist Kunst-Performance der ultimative Straßen-Event -- oder hat sie ihren Platz doch eher im /white cube/?
»Reinform« Nezaket Ekici
20.15 Uhr, vor der Dominikanerkirche St. Paulus, Waldenserstr. 28 (ca. 30 min)
»manchmal schlafe ich tief« Rabi Georges
21 Uhr, in der Dominikanerkirche St. Paulus, Waldenserstr. 28 (20--30 min)
Screening von Performance-Videos
11 bis 18 Uhr, Projektraum Kurt-Kurt, Lübecker Str. 13
mit weiteren Informationen zu den Performances
(Redaktion)
Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Márcio Carvalho
Ihr Kommentar
- 10.02.
11:31 - 10.02.
11:28 - 10.02.
11:23 - 10.02.
10:58 - 10.02.
09:02 - 09.02.
12:33 - 09.02.
12:16
- Blut spenden im Dezember
Bitte teilen Sie mir die Blutspende termine für Januar 2012 in Berlin Rahnsdorf; Fürstenwalder Allee 182 mit. Mit... - Verneigung vor einem großen Mann
Als Chormitglied seit 1947 habe ich leider erst jetzt vom Tod unseres Dirigente erfahren. Er ermöglichte... - Zum Tode von Gerhard Hellwig
Mit einer der ersten Sängerknaben kann ich mich noch sehr gut an Gerhard Hellwig erinnern. Meine Zeit in... - tausendmal falsch abgeschrieben
Immer wieder liest man diesen Unsinn in der Presse, tausendmal abgeschrieben und tausendmal falsch! Das... - König im Fernsehen
es ist üblich,sogar zwingend unter Strafandrohung erforderlich im Kino beim Abspielen der Nationalhymne aufzustehen,...

- Aktuelle Themen und Informationen aus Berlin.