Mann nach Polizeieinsatz verstorben - Mordkommission ermittelt
Berlin. Ein Mann der gestern früh bei einem Polizeieinsatz in Schöneberg Widerstand geleistet hatte, ist am Nachmittag im Krankenhaus verstorben.
Eine 30-Jährige alarmierte gegen 4 Uhr 30 die Polizei in die Elßholzstraße, weil ihr Bruder sie und ihre 60 und 63 Jahre alten Eltern in der gemeinsamen Wohnung anschrie, beleidigte und schubste. Die eintreffenden Beamten führten den 32-Jährigen zunächst auf die Straße und erteilten ihm einen Platzverweis. Anschließend begab sich die Funkwagenbesatzung zurück in die Wohnung, um den genauen Tathergang zu klären. Als die Polizisten nach der Sachverhaltsaufnahme die Wohnung verließen, begegnete ihnen im Hausflur der vom Ort Verwiesene, der sofort in Richtung der Beamten schlug und trat. Das eingesetzte Pfefferspray zeigte bei dem alkoholisierten Randalierer keine Wirkung.
Mit Hilfe von Unterstützungskräften überwältigten die Polizisten den Mann, konnten aber nicht verhindern, dass er im Hausflur eine Treppe hinunterfiel. Hierbei stürzte er auf eine Polizeiobermeisterin, die dabei an der Schulter und am Knie leicht verletzt wurde. Auch drei weitere Schutzmänner trugen leichte Verletzungen an den Armen und Beinen davon. Beim Wiederaufrichten fiel dem 32-Jährigen ein Tütchen mit Betäubungsmitteln aus der Tasche, welches beschlagnahmt wurde.
Da beim Fallen auch der Festgenommene leichte Verletzungen erlitt, wurde ein Rettungswagen angefordert. Während der Wartezeit bespuckte der Mann die Polizisten und versuchte weiter, sie zu treten. Als der Rettungsdienst eintraf, waren bei dem 32-Jährigen keine Vitalfunktionen mehr erkennbar, so dass ein Notarzt nachalarmiert wurde. Nach einer erfolgreichen Reanimation wurde der Patient in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem er gegen 15 Uhr 30 verstarb.
Eine Obduktion soll die genaue Todesursache des unter Alkohol und Drogen stehenden Mannes klären. Hierzu hat die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen.
(Redaktion)
Bereits seit längerem warnen Mediziner, dass Pfefferspray für Menschen, die unter Drogen oder Psychopharmaka stehen, tödlich wirken kann. Bisher hat das nicht zu Konsequenzen geführt. Der rot-rote Senat sollte die dienstliche Anwendung so lange auf Eis legen, bis die gefährlichen Zweifel ausgeräumt sind. Einen Kommentar dazu gibt es hier: http://tinyurl.com/yahdwlf
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