Möchtegern-Stuntman kassiert Sammelsurium an Ermittlungsverfahren
Berlin. Diebstahl eines Pkw, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs, Verkehrsunfallflucht sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz.
In der vergangenen Nacht fiel Polizeibeamten gegen 1 Uhr in Neukölln ein „Renault Clio“ auf, der durch ein filmreifes Wendemanöver auf der Hasenheide kurz vor dem Hermannplatz diverse andere Fahrzeuge zum Ausweichen zwang. Den bisherigen Ermittlungen zufolge wollte sich der Fahrer danach der Überprüfung durch die Beamten entziehen und lieferte sich mit ihnen eine Verfolgungsfahrt von Nord-Neukölln bis nach Britz.
Mit der Polizei im Nacken fuhr er mit permanent überhöhter Geschwindigkeit, schaltete wiederholt die Beleuchtung aus, wechselte mal auf die Gegenfahrbahn und mal auf den Gehweg. Er ignorierte diverse „rote“ Ampeln, stieß gegen zwei geparkte Fahrzeuge und gefährdete etliche andere Verkehrsteilnehmer.
Als der „Clio“ schließlich die Sackgasse der Straße Alt-Britz erreichte, setzte der Fahrer seine Flucht zu Fuß fort. Ebenfalls alarmierte Beamte des Abschnitts 56 stellten den 23-Jährigen und nahmen ihn fest. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen polizeilich bekannten Intensivtäter. Bis vor kurzem saß er wegen mehrerer Raubtaten in Haft und ist zurzeit mit Bewährung auf freiem Fuß.
Der „Clio“ gehört seiner Schwester, die nach eigenen Angaben nicht wusste, dass ihr Bruder mit dem Wagen unterwegs war. Im Handschuhfach entdeckten die Polizisten eine große Anzahl anaboler Steroide sowie in der Beifahrertür ein verbotenes Messer. Der Fahrer selbst trug eine größere Summe Bargeld bei sich. Die Substanzen, das Messer und das Geld wurden beschlagnahmt.
Der 23-Jährige sieht sich nun einer bunten Mischung an Tatvorwürfen ausgesetzt: Diebstahl eines Pkw, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs, Verkehrsunfallflucht sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz. Er wurde dem für Intensivtäter zuständigen Kriminalkommissariat der Polizeidirektion 5 zugeführt. Die Ermittlungen dauern an.
(Polizei Berlin)
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