Turmkonstruktion für Schulgebäude
Berlin. Die beeindruckende hölzerne Turmkonstruktion wurde für die Schule am Rathaus nachgebaut und am 10. August auf das Dach des Schulhausturmes gesetzt.
Damit endet eine mehrere Wochen andauernde Vorbereitungsphase. In der zurückliegenden Zeit war ein Teil der zwischen Rathaus und Schule gelegenen Rathausstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Für die achteckige Turmkonstruktion mit einem Grundriss von 8,5 mal 8,5 Metern und einer Gesamthöhe von 12 Metern musste Baufreiheit geschaffen werden. Das IBK Ingenieurbüro König plante die denkmalgerechte Instandsetzung und entwarf, da keine Bauunterlagen vorhanden waren, nach historischen Fotos die gewölbte Turmhaube. Die Leipziger Zimmermannsfirma Regen&Barth montierte auf der Rathausstraße die Turmkonstruktion mit Gauben aus Holz, dass mit Nägeln, Schrauben und Holznägeln verbunden wurde. Insgesamt wieg die Konstruktion 22 Tonnen. Heute wurde sie per Kran hoch aufs Dach transportiert und dort mit 144 jeweils 32 Zentimeter langen Schwerlastankern über so genannte Bulldog-Dübel mit der Betondecke verbunden. Die denkmalgerechte Instandsetzung der Turmhaube mit Turmstube und Spitze erforderte die Anwendung von Baumethoden und Material, die um 1910 bereits üblich waren.
Das Fundament der Turmhaube wurde in 22 Metern Höhe gelegt.Die Gesamthöhe beträgt 34 Meter. Der hölzerne Turmneubau wird anschließend komplett mit Schiefer verkleidet.
Vor genau 100 Jahren wurde die Schule als Cecilien-Lyceum erbaut. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges war sie ausschließlich Mädchenschule. In der DDR fungierte das Gebäude als polytechnische Oberschule und danach als Hauptschule. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 23. August lernen die Schüler hier in der Integrierten Sekundarschule.
Das von Stadtbaurat Wilhelm Grieme und vom Architekten Johannes Uhlig im Stil der Renaissance errichtete Gebäude galt zur damaligen Zeit als Musterbau und zählt zu den architektonisch bemerkenswerten Schulen. Während des 2. Weltkrieges war das Haus Luftangriffen ausgesetzt. Die Zerstörungen wurden nur sparsam beseitigt. Zudem war der Turm durch Brandstiftung in Nachkriegszeiten stark beschädigt worden. Die Instandsetzungen danach erfolgten nur spärlich und die provisorischen Reparaturen überstanden nur einige Jahrzehnte.
(Bezirksamt Lichtenberg)
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