Viele Schmerzen, eine Ursache
Berlin. Schmerzen in der Hüfte, in den Beinen und manchmal sogar bis in die Füße hinein haben meist eine gemeinsame Ursache. Der längste Nerv des menschlichen Körpers, der Ischiasnerv, verursacht die stechenden Schmerzen, die Betroffene manchmal fast bewegungsunfähig machen.
Großer Wirkungsbereich
Das Schmerzphänomen, das volkssprachlich einfach Ischias genannt wird, ist eines der häufigsten Rückenleiden der Deutschen. Der Ischiasnerv beginnt an der oberen Wirbelsäule. Er tritt an der unteren Wirbelsäule aus und verzweigt sich dann über die Hüfte bis in die Oberschenkel und die Beine und Füße. Kein Wunder also, dass eine Beeinträchtigung eine ebenso weit verzweigte Wirkung hat. Bei der Ischialgie, meist ist damit ein Einklemmen des Nervs gemeint, klagen Betroffene über teils starke Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat. Ursache ist häufig eine verrutschte Bandscheibe, ein vorangegangener Bandscheibenvorfall oder ein Verengung der Wirbelsäule, die sogenannte Stenose. Doch eine Ischialgie - so die medizinische korrekte Bezeichnung - kann auch durch Überbelastung des unteren Wirbelapparates auftreten, besonders häufig tritt das Phänomen bei Frauen während einer Schwangerschaft auf, da hier Wirbelsäule und Becken besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Immer ist eine Raumverengung ursächlich für den Ischiasschmerz, egal ob Verengungen durch Muskel oder Knochenverschiebungen wie dem Wirbelgleiten, das durch ein Vorrutschen eines Wirbels den Wirbelkanal verengt. Daher spricht man auch von einem "eingeklemmten" Ischiasnerv. Da das Phänomen oft plötzlich auftritt, bei einer unbedachten Bewegung, dem Heben besonders schwerer Lasten oder einem plötzlichen Bücken oder Aufrichten, spricht man im Volksmund auch vom "Hexenschuss".
Was kann man dagegen tun?
Die Schmerzen bei der Ischialgie werden von Betroffenen gern als ein Gefühl, "wie ein Messer im Rücken" beschrieben, das bei jeder Bewegung mehr Schmerzen verursacht. Die Schmerzen ziehen sich dabei vom unteren Rücken über den gesamten Hüft- und Gesäßbereich und in die Beine. Teilweise können die Schmerzen auch bis in die Füße hinein strahlen. Dennoch sollten Betroffene sich weiter viel bewegen, damit sich die Beschwerden nicht verschlimmern. Ruhen lindert zwar vorrübergehend die Symptome, führt aber zu keiner langfristigen Verbesserung. Medizinisch kann zunächst nur mit lindernden Kälte- und Wärmebehandlungen und mit sanfter Wirbelsäulengymnastik dagegen vorgegangen werden. In besonders schweren Fällen kommt auch ein operativer Eingriff in Frage. In den meisten Fällen jedoch, verschwinden die Beschwerden spätestens nach einigen Wochen wieder von selbst. Oftmals wirken sie aber in verminderter Form noch lange Zeit nach. Bis zu einem Jahr leiden manche Ischiaspatienten unter gelegentlichen Schmerzen und auch eine chronische Verschlimmerung ist möglich. Eine wichtige Rolle spielen daher auch vorbeugende Maßnahmen. Krankengymnastik und Bewegungsschule aber auch die Reduzierung von Übergewicht können dazu beitragen, den Ischiasnerv zukünftig nicht mehr in Bedrängnis zu bringen.
(Redaktion)
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