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 18.11.2011  14:16 Uhr
 REISENANZEIGE

Zwischen Berlin und Thailand

Berlin. Und ist der Ku'damm gar zu leer, muss ein Flug nach Thailand her. Doch viele Reisende sind sich nicht darüber im Klaren, dass die Umgangsformen im fernen Land des Lächelns oftmals stark von der hiesigen, westlichen Etikette abweichen.

 Es gibt einige Umgangsregeln, die man vor Reiseantritt unbedingt verinnerlicht haben sollte. Denn schon durch kleine Unachtsamkeiten oder Gesten kann man sich gehörig in die Nesseln setzen.

Die Begrüßung

Am Anfang aller sozialen Kontakte steht natürlich die Begrüßung. Der sogenannte „Wai“ ist in Thailand die traditionelle Form der Begrüßung. Doch wie genau funktioniert das? Hierbei werden die Hände einfach mit den Handflächen zueinander vor dem Körper zusammengelegt – das sieht dann ein bisschen so aus, als wolle man beten. Dazu erfolgt noch eine leichte oder nur angedeutete Verbeugung. Abgestuft wird die Höhe des Wais nach der gesellschaftlichen Stellung einer Person. Befindet man sich mit seinem Gegenüber gesellschaftlich gesehen auf Augenhöhe, führt man die Begrüßung mit einem Wai in Brusthöhe durch. Dazu wird bei Frauen die Begrüßungsformel "Sawadee kha" und bei Männern "Sawadee khab" ausgesprochen. Je höher die Stellung des Gegenüber, desto höher sollte man auch seine Hände halten – eigentlich leicht zu merken. Als gesellschaftlich hoch angesehen gelten ältere Menschen, Mönche oder Personen, die einen gewissen Reichtum oder Einfluss genießen. Im Allgemeinen gehören auch Touristen zu dieser Personengruppe, da sich die meisten Einwohner Thailands nur schwer vorstellen können, wie ein durchschnittlich verdienender Bürger das Geld für eine derart weite Reise aufbringen kann. Im Gegenzug wird allerdings von den Reisenden nicht erwartet, dass sie den Wai beherrschen. Und genau hier kann man sich auch gehörig in die Nesseln setzen. Sollte man mit dieser Form der Begrüßung noch nicht wirklich vertraut sein, ist es sicherer, wenn man einfach mit einem höflichen Lächeln und einem Kopfnicken antwortet. Diese – vielleicht etwas ungelenk wirkende – Erwiderung des Wais ist immer noch besser als ein Gruß, bei dem die Hände nicht auf der angemessenen Höhe sind. Der Gegenüber könnte sich beleidigt fühlen. Will man auf einer Rundreise Thailand entdecken, ohne sich dabei zu blamieren, gibt es aber noch mehr zu beachten.

Was gibt es noch zu beachten?

Man sollte einem Kind nicht einfach den Kopf tätscheln, da der Kopf in Thailand als heilig und unantastbar angesehen wird. Des Weiteren gilt es als unhöflich, mit dem Finger auf andere Menschen zu zeigen. Man sollte zudem auf gediegene Kleidung achten und sich darüber im Klaren sein, dass der amtierende Monarch in Thailand sehr hoch angesehen ist. Erscheint er zum Beispiel im Fernsehen, ist es üblich, dass sich alle im Raum erheben.


 

(Redaktion)

 



2 Kommentare »
Ihr Kommentar
 
19.11.11 03:59
khunhanicke
König im Fernsehen
es ist üblich,sogar zwingend unter Strafandrohung erforderlich im Kino beim Abspielen der Nationalhymne aufzustehen, aber zu Hause vor dem
Fernseher,ist das total unüblich und noch nie-obwohl ich in vielen Familien in der Provinz verkehre-von mir beobachtet oder von irgendjemanden erwartet worden
19.11.11 12:39
Grüner
tausendmal falsch abgeschrieben
Immer wieder liest man diesen Unsinn in der Presse, tausendmal abgeschrieben und tausendmal falsch!

Das WAI ist KEIN Gruß, sondern eine Respektsbezeugung, die auch Tieren und Gegenständen entgegengebracht werden kann

Und Sawatdi ist auch kein traditioneller Thai Gruß, sondern eine erst unter dem Hitler- und Mussonini-Verehrer und Rechtsdiktator Phibun Songkram erfundene Formel, der den Thais etwas sehr westliches verordnet hat.

Dazu gehört auch Chaiyo, das unserem "Heilruf" entspricht.

Ebenso eigentümlich die ständige falsche Wiederholung, wie beliebt doch angeblich der König wäre. Wahr ist, daß die erst in den 1960er Jahren wieder eingeführte mittelalterliche Knierutscherei vor dem König und das Aufstehen zum Beispiel im Kino durch die drakonischsten Majestätsbeleidungsgesetze der Welt knallhart durchgesetzt werden und jeder in Thailand weiß, daß das korrupte Militär und das reichste Königheus der Welt voneinnder profitieren, wenn durch diesen Hebel das Volk ruhiggestellt wird.
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